Kooperationspartner:

Leitbild

Wachsende Umweltgefahren und weitgehend ungelöste Entwicklungsprobleme drängten die Staaten dazu, sich darauf zu verständigen, die Umsetzung ihrer nationalen Interessen an einem gemeinsamen Leitbild zu orientieren, das eine zukunftsfähige Entwicklung für alle Menschen garantieren soll. Dieses Leitbild der nachhaltigen Entwicklung umfasst gleichermaßen die Dimensionen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der sozialen Gerechtigkeit, der ökologischen Verträglichkeit und der demokratischen Politikgestaltung. Es verknüpft die Forderung nach Gerechtigkeit gegenüber den nachkommenden Generationen mit der Forderung nach Gerechtigkeit zwischen den heute lebenden Menschen. Umwelt und wirtschaftlich- soziale Entwicklung werden als gleichermaßen wichtige und aufeinander abzustimmende Politikfelder verstanden. Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg hat zudem Frieden, die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie kulturelle Vielfalt als wichtige Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung stärker in den Blick gerückt.

Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ist zunehmend zum Maßstab internationaler Vereinbarungen geworden, zum leitenden Grundsatz staatlicher Regierungspolitik und zum Orientierungsrahmen zahlloser kommunaler Initiativen.

Die weit reichende Übereinstimmung in einem gemeinsamen Leitbild der nachhaltigen Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es schwerwiegende Konflikte zwischen den einzelnen Zieldimensionen gibt und die Orientierung am Grundsatz der Nachhaltigkeit in der Realität häufig nicht erfolgt.

Hierzu ist ein gesellschaftlicher Wandlungsprozess nötig, der alle Menschen betrifft und vor Ort gelebt werden muss. Er umfasst alle staatlichen Institutionen, Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen gleichermaßen und setzt ein breites Grundverständnis von Nachhaltigkeit und die Motivation zu seiner Umsetzung voraus: Der Weg zu einer zukunftsfähigen Entwicklung führt über Bildung, gesellschaftliche Kommunikationsprozesse und entsprechende demokratische Entscheidungen.

Die Jahre 2005 bis 2014 wurden von den Vereinten Nationen zur Weltdekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« (BNE) erklärt. Damit setzte die internationale Staatengemeinschaft eine zentrale Empfehlung des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung (Johannesburg 2002) um und bekräftigte die Erkenntnis, dass Bildung unverzichtbar ist, um eine nachhaltige Entwicklung auf den Weg zu bringen. Sie ist insbesondere nötig, um die globalen Entwicklungsziele zu erreichen, wie sie zu Beginn des Jahrtausends von den Vereinten Nationen beschlossen wurden